Polymarket testet Protocol V2: Bestehende Positionen bleiben in ihren bisherigen Verträgen

Polymarket erprobt Protocol V2 auf einer begrenzten Zahl laufender Märkte. Für neu angelegte Märkte ist der Wechsel vorläufig zum 2. November 2026 vorgesehen. Bestehende Positionen werden dabei nicht automatisch übertragen.

Konzeptionelle Illustration eines violett leuchtenden Testclusters zwischen dunklen Modulblöcken als Symbol einer begrenzten Protokolleinführung.
Redaktionelle Illustration eines Protokollwechsels, keine Polymarket-Oberfläche oder technische Zeichnung.

Entscheidend ist, ob jemand die App nutzt oder eine eigene Anwendung an Polymarket anbindet. Laut offizieller Migrationsanleitung benötigen Nutzer der Website und App keine technische Migration. Entwickler müssen dagegen neue Verträge einbinden und zugleich Positionen des bisherigen Conditional Tokens Framework, kurz CTF, weiter unterstützen.

Begrenzte Tests vor dem breiteren Wechsel

Unchained berichtete am 6. Oktober, Protokollchef Rajath Alex habe den Start der Pilotmärkte am 5. Oktober angekündigt. Diese sollen bis zum 30. Oktober laufen. Der 2. November gilt als vorläufiger Termin für den anschließenden Wechsel neu erstellter Märkte.

Bei einem solchen Canary-Rollout wird ein neues System unter realen Bedingungen mit begrenztem Umfang erprobt. Daraus folgt nicht, dass bereits sämtliche Märkte umgestellt wurden. Bereitgestellte Verträge und eine abgeschlossene Migration der gesamten Plattform sind unterschiedliche Dinge.

Polymarkets Dokumentation stellt ausdrücklich klar, dass die Einbindung von V2 vorhandene CTF-Bestände nicht umwandelt. Wer eine Position hält, muss daher nicht allein wegen der Ankündigung einen manuellen Transfer veranlassen.

Wie die neue Positionsverwaltung aufgebaut ist

Die offizielle Vertragsübersicht führt die Bereitstellung auf Polygon auf. Der PositionManager verwaltet Guthaben der ERC-1155-Positionen. Separate Module bilden unterschiedliche Marktstrukturen ab, während ein Router die Positionsoperationen koordiniert.

ERC-1155 erlaubt einem Vertrag, mehrere Tokenarten zu verwalten. Bei Polymarket stehen diese Token für mögliche Marktergebnisse. Die gemeinsame technische Grundlage macht aus verschiedenen Ereignissen also keinen einzigen Markt.

Ebenso wichtig ist die Trennung zwischen einer Position und ihrer Besicherung. Polymarket beschreibt pUSD als durch USDC gedeckten Abwicklungstoken. Er wurde nicht erst mit dieser Oktober-Ankündigung eingeführt. Das offizielle Änderungsprotokoll dokumentiert pUSD bereits für das CLOB-V2-Upgrade, das im April produktiv ging. Protocol V2 verändert nun die darunterliegende Positionsinfrastruktur.

Freigaben müssen zum jeweiligen Vertrag passen

Die Anleitung für Vertragsintegrationen verlangt neue Berechtigungen für V2-Operationen. Bestehende CTF-Freigaben gelten nicht automatisch für die neuen Verträge. Entwickler müssen je nach Marktversion die passende Positionsverwaltung, den richtigen Handelsvertrag und die jeweiligen Freigabeziele verwenden.

Für App-Nutzer kann deshalb eine neue Freigabeaufforderung erscheinen. Dabei kommt es darauf an, welche Berechtigung angefordert wird und ob die Aufforderung aus der offiziellen Anwendung stammt. Die Nachricht über eine Migration ist kein Anlass, Token an eine Adresse aus einer privaten Nachricht oder einem fremden Artikel zu schicken.

Die parallele Unterstützung beider Systeme ist auch für Portfoliodaten wichtig. Eine ältere Position darf nicht aus der Anzeige verschwinden, nur weil ein Dienst künftig ausschließlich die neuen Verträge ausliest.

Für die Data API gilt eine eigene Frist

Die Data-API-Anleitung nennt den 24. Oktober 2026 als Termin für die Abschaltung der betroffenen v1-Routen. Die bestehende Route für den Buchhaltungs-Snapshot ist ausdrücklich ausgenommen, weil sie keine Entsprechung in v2 hat.

Antwortformate und die seitenweise Datenabfrage ändern sich. Deshalb muss eine Datenintegration unabhängig von der Handelsanbindung geprüft werden. Der API-Termin ist nicht mit dem geplanten Start neuer Märkte im November gleichzusetzen.

Drei Daten stehen somit für drei Aufgaben: der 24. Oktober für die API, der 30. Oktober für das angekündigte Ende der Tests und vorläufig der 2. November für neue Märkte. Keines davon bedeutet für sich genommen, dass vorhandene Positionen manuell verschoben werden müssen.