Coinhouse ist eine französische Kryptoplattform, die Käufe und Verkäufe mit Kundenbetreuung und optionalen Anlagediensten verbindet. Sie richtet sich an berechtigte europäische Kunden, die Euroeinzahlungen und mehr Begleitung als ein reines Handelsterminal wünschen. Der aktuelle regulatorische Status geht über Beschreibungen der früheren Registrierung hinaus: Inzwischen liegt eine MiCA Zulassung vor. Zum Modell gehören allerdings ausdrückliche Transaktionsgebühren und ein verpflichtendes Smartphone für starke Authentifizierung.
Auf einen Blick
- Gründung: 2014, mit Ursprung in La Maison du Bitcoin.
- Hauptsitz: Paris, Frankreich.
- Regulierung und Lizenzen: COINHOUSE SAS besitzt für bestimmte Kryptodienste eine MiCA Zulassung der französischen Finanzmarktaufsicht.
- Identitätsprüfung: Ausweis und Fotoverifizierung; zusätzliche Nachweise zur Mittelherkunft sind möglich.
- Unterstützte Länder: Frankreich und berechtigte europäische Kunden unter geografischen und dokumentenbezogenen Einschränkungen.
- Anzahl der Kryptowährungen: Mehr als 70 beworben; die verfügbare Auswahl kann wechseln.
- Einzahlungen in Landeswährung: Euroüberweisungen und zugelassene Zahlungskarten.
- Mobile App: Ja; ein verbundenes Smartphone ist für starke Authentifizierung erforderlich.
Registrierung und Identitätsprüfung
Coinhouse verlangt einen gültigen Ausweis und ein Kameratelefon, um Dokument und antragstellende Person aufzunehmen. Die Anleitung akzeptiert geeignete Reisepässe, nationale Ausweise oder Aufenthaltstitel und schließt Führerscheine ausdrücklich aus. Belege für die Herkunft eingezahlter Eurobeträge oder Kryptowerte können erforderlich sein. Je nach Fall kann außerdem eine erste Überweisung vom eigenen Konto bei einem Institut in der Europäischen Union zur abschließenden Kontoeröffnung nötig werden.
Der Dienst passt daher zu Kunden, die Identität und gegebenenfalls Mittelherkunft belegen können. Ein zulässiges Dokument hebt geografische Vertragsbeschränkungen nicht auf. Auch nach Aktivierung bleibt das verbundene Smartphone wichtig: Coinhouse nutzt es für Anmeldungen und sensible Vorgänge. Zugriff im Browser ist möglich. Wer vollständig ohne geeignetes Telefon arbeiten möchte, sollte die Pflicht berücksichtigen, bevor er sich auf die Plattform verlässt.
Gebühren
Der veröffentlichte Classic Tarif für Privatkunden berechnet 0,99 % für Käufe über Euro Account oder per Euroüberweisung, 1,99 % für Kartenkäufe, 1,29 % für Verkäufe und 0,79 % für Kryptotausch. Bei den mit Stern markierten Vorgängen kommt eine feste Bearbeitungsgebühr von 0,12 € hinzu. Gerade kleine Orders werden dadurch effektiv teurer, als der Prozentsatz allein vermuten lässt. Geschäftskonten haben eine eigene Preisliste.
Dieselbe Tabelle nennt Kryptoverwahrung und Kryptoeinzahlungen als kostenlos. Externe Auszahlungen kombinieren Netzwerkkosten mit einer Servicekomponente von 0,29 %, begrenzt auf 150 €, bei einem angegebenen Mindestbetrag von 1,49 €. Nicht jeder gelistete Vermögenswert ist an externe Wallets auszahlbar. Vor einem Kauf für einen späteren Transfer sind deshalb Verfügbarkeit und endgültige Kosten zu prüfen. Optionale Abonnements sind separate Ausgaben und nicht Teil des einfachen Transaktionstarifs.
Unterstützte Vermögenswerte und Funktionen
Coinhouse bewirbt mehr als 70 Kryptowerte, darunter prominent Bitcoin, Ether und Solana. Käufe und Verkäufe werden durch geplante Käufe und Staking unterstützter Vermögenswerte ergänzt. Geplante Käufe automatisieren den Zeitpunkt, garantieren jedoch keinen günstigen Durchschnittspreis. Der Schwerpunkt liegt auf Portfoliosteuerung über eine zugängliche Oberfläche, nicht auf einem komplexen Orderbuch als Standarderfahrung jedes Kunden.
Kundenbetreuung und optionale Beratung oder Portfolioverwaltung sind weitere Merkmale. Das französische Register nennt Verwahrung, Tausch, Orderausführung, Beratung, Portfolioverwaltung und Transfers als zugelassene Tätigkeiten. Das bedeutet weder, dass alles im Basiskonto enthalten ist, noch dass jede Dienstleistung jedem Kunden entspricht. Für einen Kostenvergleich ist die tatsächlich erworbene Leistung festzustellen, besonders bei persönlicher Betreuung oder einem kostenpflichtigen Angebot.
Sicherheit
Die starke Authentifizierung von Coinhouse verbindet das gekoppelte Telefon mit einem persönlichen Code oder biometrischer Bestätigung. Sie gilt für sensible Vorgänge wie Kryptoauszahlungen und Änderungen an Kontodaten, nicht nur für die erste Identitätsprüfung. Das Unternehmen beschreibt außerdem eine Verwahrung mit Schwerpunkt auf Offlinebeständen. Diese Kontrollen betreffen Zugriff und Verwahrung; die MiCA Zulassung liefert einen benennbaren Aufsichtsrahmen. Keiner dieser Mechanismen verhindert Kursverluste.
Zur Historie gehört die Aussetzung von Auszahlungen aus Kryptosparprodukten von Coinhouse im Jahr 2022 nach Schwierigkeiten von Gegenparteien, über die Finanzmedien berichteten. Das war ein Liquiditätsereignis bestimmter Produkte und kein Beleg für einen Angriff auf sämtliche gewöhnlichen Kryptoguthaben. Für Ertragsdienste mit zusätzlichen Konstruktionen bleibt es relevant. Heutiger Handel und Zulassung sind getrennt zu beurteilen, ohne daraus eine fortdauernde plattformweite Auszahlungssperre abzuleiten.
Vorteile
- Aktuelle MiCA Zulassung für mehrere klar definierte Kryptotätigkeiten.
- Euroeinzahlungen, geplante Käufe und Kundenbetreuung.
- Veröffentlichte Privatkundentarife und starke Authentifizierung per Smartphone.
Nachteile
- Feste Bearbeitungsgebühren erhöhen die relative Belastung kleiner Orders.
- Einige gelistete Vermögenswerte sind nicht extern auszahlbar.
- Ein gekoppeltes Smartphone ist erforderlich; frühere Sparprodukte hatten Auszahlungsstörungen.
Fazit
Coinhouse ist vor allem für berechtigte europäische Kunden relevant, die Betreuung, Eurozahlungen und einen klaren Aufsichtsrahmen schätzen. Weniger überzeugend ist es für ausschließlich kostenorientierten häufigen Handel oder den Wunsch, jeden Vermögenswert auf eine eigene Wallet zu übertragen. Zur Bewertung gehören beide Seiten: aktuelle Zulassung und Zugriffskontrollen als Stärken sowie Gebühren, Auszahlungsfähigkeit und die Sparprodukthistorie als wesentliche Einschränkungen.
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